NACHRICHTEN

REGION NORDSCHWARZWALD, 07. NOVEMBER 2017

Der Trend ist, es gibt keinen!

Der Trend ist, es gibt keinen!
Der Blick in die touristische Glaskugel war der Part von Prof. Conny Mayer-Bonde bei der Veranstaltung der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald bei SHL/Schlecht in Garrweiler


Touristiker, Planer und Objektausstatter diskutieren über die Zukunft der Objekteinrichtung
 Wie ticken die Gäste der Zukunft und welche Objekteinrichtung erwarten sie in der Urlaubsdestination Nordschwarzwald? Diese Frage bewegt Gastronomen, Touristiker und Objektausstatter in der Region. RegioHOLZ greift als vernetzende Initiative der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) im Bereich Holz- und Möbel dieses Thema aktiv auf und brachte die Akteure zur offenen Diskussion bei der SHL/Schlecht GmbH an einen Tisch.


Hochglanzprospekte versprühen noch immer ein Heile-Welt-Image zwischen Tannen, Torten und Bollenhutromantik. Die Rechnung geht auf: Der Schwarzwald boomt als Tourismusdestination und die Gäste- wie Übernachtungszahlen steigen. Nach vielen Jahren mit ungewissen Zukunftsaussichten herrscht Aufbruchsstimmung im regionalen Hotel- und Gaststättengewerbe. Solide Auslastungszahlen heben die Investitionsstimmung und so manches alteingesessenes Unternehmen denkt über eine Modernisierung nach, um den gesteigerten Ansprüchen der Gäste gerecht zu werden.
Modernisierung ja, aber wie? An erster Stelle einer Investitionsentscheidung steht die Analyse der Ausgangslage und an einer solchen versuchte sich Conny Mayer-Bonde, Professorin für Tourismusmarketing an der Dualen Hochschule Ravensburg: "Fakt ist, es gibt keine Trends mehr!", erklärte die Tourismus-Expertin und plädierte für eine individualisierte Qualität in Sachen Ausstattung und Service in der Hotellerie. Gastronomische Uniformität sei verpönt, analysierte die Professorin. "Die Gäste werden in Zukunft nicht zahlreicher, aber sie werden älter, aktiver und letztendlich auch anspruchsvoller", so Mayer-Bonde. Die Konsequenz für die Schwarzwälder Beherbergungsbetriebe aus einer Vielzahl von Studien und Marktanalysen wäre letztendlich die Suche nach der eigenen Identität und der Entwicklung eines authentischen Konzepts, noch lange vor der eigentlichen Investitionsentscheidung, um sich mit einer hohen Erlebnisqualität von der Masse abzuheben, sagte die Professorin und selbst bekennende Nordschwarzwälderin.


Beate Gaiser, stellvertretende Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverband Freudenstadt (DEHOGA) schaut als Chefin des traditionsreichen Freudenstädter Hotels Adler auf einen solchen Prozess bereits zurück und plauderte vor den fast 50 Teilnehmern an der Veranstaltung in den Räumen der SHL/Schlecht GmbH in Garrweiler munter aus ihrem touristischen Nähkästchen. Bunte Farben statt angestaubtes Ambiente, ansprechende Lounge-Bereiche, ausgefeilte Beleuchtungskonzepte und individuelle Lösungen zur Barrierefreiheit sind einige der Aktivposten ihres attraktiven City-Hotels mitten in der Freudenstädter Flaniermeile. "Seien sie mutig und schaffen sie nachhaltige Wow-Effekte", ermunterte Gaiser ihre Gastronomie-Kollegen, mit einem dezenten Hinweis auf den Adler-Aufzug im Hausbar-Design, einen absoluten Hingucker in Freudenstadt. Trotz ihres Händchens für Neues und Flippiges setzt die Adler-Chefin auf Authentizität: "Ohne Holz geht bei uns gar nichts, schließlich sind wir ja im Schwarzwald", sagte Beate Gaiser mit Blick auf die reichlich verbauten Weißtannenelemente in ihrem Hause. "Und das gefällt den Gästen echt gut!"
Ralf Schlecht vom gastgebenden Unternehmen SHL/Schlecht GmbH versteht eine Modernisierung im Bereich des Hotel- und Gaststättengewerbes als ultimatives Netzwerkprojekt, das eine Vielzahl von Akteure, vom Gastronomen über Architekten und Innenarchitekten bis hin zum Objektausstatter an einen Tisch bringt. "Am Anfang eines jeden ganzheitlichen Umbau- und Modernisierungskonzepts steht eine individuelle Investitionsidee und diese mit Qualität aus der Region umzusetzen ist unser Job", erklärte Ralf Schlecht und ermutigte seine Gäste einen eigenen Stil und eigene Trends für ihre Häuser zu entwickeln. "Sie sind das Aushängeschild der Region, die es wirklich verdient hat vorangebracht zu werden", sagte Ralf Schlecht als Nordschwarzwälder aus Überzeugung, der mit Leib und Seele für eine Vernetzung der Region und damit auch hinter der Initiative RegioHOLZ der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald steht. Lars Schäfer, RegioHOLZ-Projektleiter bei der WFG war begeistert vom regen Austausch der Akteure, die mit Blick über den Tellerrand der eigenen Branche hinaus diskutierten. „Das Format passt und schreit förmlich nach einer Wiederholung“, so Schäfer, der dabei bereits auch andere Branchen im Blick hat, die ebenfalls von einer authentischen Darstellung der Region profitieren.


Hintergrund RegioHOLZ:


Die Nordschwarzwälder Holz- und Möbelbranche ist bundesweit einzigartig und ein wirtschaftliches Schwergewicht in der Region. Die Branche ist extrem vielseitig und besitzt zahlreiche gemeinsame Problemzonen. Deshalb gibt es RegioHOLZ als Projekt der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald, das für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer steht. RegioHOLZ bildet eine Plattform für alle Akteure in der Region entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz und Möbel. Ziele sind die Identifikation von Forschungsbedarf, Begleitung von Forschungsanträgen und Suche von Forschungspartnern, Entwicklung von Formaten für den Technologietransfer, der fachliche Austausch entlang der Wertschöpfungskette sowie die Internationalisierung der regionalen Holzbranche.


Bildquelle: Rothfuss/WFG Nordschwarzwald

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